Pressemitteilung der deutschen und schweizer Delegationen vom Gaza Freedom March
Kontakt:
Dr. Ute Lampe in Kairo (deutsche Mobil-Nr.: +49178-6653929)
Mikael Erikssen in Kairo (ägyptische Mobil-Nr.: +20195546329)
Elsa Rassbach in Kairo (ägyptische Mobil-Nr.:+20109816078)
TeilnehmerInnen vom Gaza Freedom March in Kairo im Polizeikessel
Kairo, 31. Dezember – Ungefähr 430 DemonstrantInnen von 1.300 TeilnehmerInnen des Gaza Freedom March wurden in Sichtweite des ägyptischen Museums in Kairo von der Sicherheitspolizei eingekesselt. Die Polizeikräfte hatten einen engen Ring um die TeilnehmerInnen gezogen und jeden Zu- und Ausgang verhindert. Einzelne Personen durften nach mehr als 2 Stunden den Kessel verlassen, mussten aber zuvor das Versprechen abgeben, sich als Tourist von der Demonstration fern zu halten. Bei der Einkesselung ging die Polizei extrem ruppig und auch brutal vor: DemonstrantInnen wurden blutig geschlagen, einem Teilnehmer wurde ein Zahn ausgeschlagen. Um weitere Demonstrationen von TeilnehmerInnen im Umfeld zu vermeiden, hatte die Polizei wiederholt in Verfolgungsjagden TeilnehmerInnen einzufangen versucht, um sie in den Kessel zu zerren.
Um die Demonstration im letzten Moment doch noch zu verhindern, hatte die ägyptische Polizei am frühen morgen den Eingang zum Hotel Lotus blockiert, in welchem die meisten OrganisatorInnen des Gaza Freedom March ihre Quartiere haben. Allerdings war der Prozess nicht mehr aufzuhalten.
Da die ägyptischen Behörden eine Einreise aller internationalen TeinehmerInnen vom Gaza Freedom March nach Gaza verweigerten, hatten sich die Delegierten entschlossen, die Demonstration zur Beendigung der Blockade von Gaza am 31.12.09 in Kairo durchzuführen. Auch diese Demonstration in Kairo wurde von den Behörden nicht genehmigt, so dass ein besonderes Vorgehen zwischen den Delegierten vereinbart wurde. Unauffällig und in Kleingruppen trafen die TeilnehmerInnen in Sichtweite des ägyptischen Museums ein. Pünktlich um 10 Uhr kam das Signal zum Beginn des Marschs. Durch Aufzeigen von Transparenten und Bannern und dem Sprechchor "Free Gaza" wurde der Marsch von zwei Kleingruppen inititialisiert. Sofort strömten alle TeilnehmerInnen auf die Strasse, zeigten ihre Fahnen und Transparente und stimmten in den Sprechchor mit ein. Es dauerte nur wenige Minuten bis die Polizei den Kessel um ungefähr 400 DemonstrantInnen zugezogen hatte. Die grössere Zahl konnte sich dem Kessel entziehen.
Der Gaza Freedom March findet heute parallel in Gaza und Kairo statt. Zwar hatten die ägyptischen Behoerden zwei Tage zuvor die Einreise von 100 Delegierten nach Gaza erlaubt, jedoch wurde diese umstrittene ägyptische Offerte im weiteren Verlauf und nach einer Diskussion zwischen den OrganisatorInnen und den Delegierten abgelehnt. Die anders lautende Presseerklärung der deutschen Delegation vom 29.12.∕30.12.09 und Zeitungsmeldungen basieren auf einer verfrühten Pressemitteilung von Seiten der OrganisatorInnen.
Im Kessel haben Sprecher jeder Delegation ihre Statements zum Gaza Freedom March abgegeben. Stefan Ziefle, der für die deutschen TeilnehmerInnen sprach, sagte: „1989 sind wir die Mauer in Deutschland losgeworden. Jetzt kämpfen wir dafür, dass auch die Mauer um Gaza fällt“. Als Sprecher der Schweizer TeilnehmerInnen sagte Mikael Eriksson: "Die Schweiz muss als Depositarstaat der Genfer Konventionen ihre Verantwortung wahrnehmen, das Unrecht in Gaza verurteilen und für Gerechtigkeit sorgen!"
Gegen 16:45 Uhr entschieden die DemonstrantInnen im Kessel, den Protest auf der Strasse aufzulösen. Weitere Aktionen sind für den nächsten Tag zu erwarten.





